Schleusen muss kein Albtraum sein. Hohe Wände und stark einströmendes Wasser sind für so manch
einen Wassersportler Grund genug, nicht nur feuchte Hände oder eine schweißnasse Stirn zu bekommen,
sondern solche Reviere gleich ganz zu meiden.
Dies wäre jedoch bei einem so schönen Revier, wie der Lahn, äußerst schade.
Gerade wegen der fehlenden Berufsschifffahrt und den wenigen Ausflugsschiffen ist die Lahn optimal
zum Entspannen und Genießen der wunderschönen Landschaft geeignet.
Bei wechselhaftem Wetter, aber glücklicherweise ohne Regen fand zum Saisonende an bzw. in der
Schleuse Hollerich der erste kostenlose Schleusenkurs des Rhein-Boot Netz e.V. im ADAC statt.
Über das Internetforum des Rhein-Boot Netzes hatten sich die Teilnehmer, welche allesamt ohne
Schleusenerfahrung anreisten, gefunden.
Nach einer Einweisung durch die bereits erfahrene Lahnskipperin Uschi Bühler vom Rhein-Boot Netz,
sowie dem zuständigen Schleusenmeister Mike, wurden auch bereits die ersten vier Teilnehmer
nach dem Anlegen der Schwimmwesten auf das Boot bugsiert.
Zunächst wurde zu Tal geschleust, was sich noch verhältnismäßig einfach gestaltete, aber dennoch
die ersten kleinen Herausforderungen an die Teilnehmer stellte.
So ging es zum Beispiel darum, das Boot möglichst ruhig in der Schleuse und die "Verschmutzungen"
an Fendern und Boot so gering wie möglich zu halten.
Hierzu wurden die Leinen an den von oben bis unten quasi durchgängigen und in der Schleusenmauer
eingelassenen Stangen und Poller entlang gefiert und umgehängt.
Als nächstes folgte eine Schleusung zu Berg, welche den Teilnehmern naturgemäß schon wesentlich
mehr abforderte. Hier zeigte sich jedoch wieder einmal die Routine
on Uschi Bühler, welche mit kurzen und sehr präzisen Ansagen den Teilnehmern auch ein Gefühl von
Sicherheit geben konnte.
Bei einer Bergschleusung ist vor allem der Kraftaufwand höher, da das schnell einschießende Wasser
einen durchaus hohen Druck aufbaut und das Festhalten mit der bloßen Hand bei einem etwas größeren
Boot somit nicht mehr möglich ist.
Es folgten eine ganze Reihe weiterer Schleusungen, so dass schließlich jeder Teilnehmer mindestens
einmal selbst an die Leinen durfte und damit ein Gefühl für das Schleusen entwickeln konnte.
Während des Kurses war es den Teilnehmern auch möglich, die Profis von der Lahnarche beim zu Berg
schleusen zu beobachten. Diese benutzten eine andere Schleusentechnik.
Der freundliche Schleusenmeister zog mit einem langen Enterhaken die bereitgehaltene Leine nach
oben und legte sie um den obersten Poller. Die Crew der Lahnarche fierte diese nach.
Die Angst vor Schleusungen war bei allen Teilnehmern am Ende des Kurses weitestgehend verflogen.
Man freute sich über das neu Erlernte und bedankte sich bei Schleusenmeister Mike für die geduldig
durchgeführten Schleusungen und bei Käpt'n Uschi.

Die Öffnungszeiten der Schleusen an der Lahn sind immer von April bis Oktober von 10 bis 12 Uhr
und von 12:30 bis 18:30 Uhr. Letzte Einfahrt ist immer um 18:15 Uhr.

Ein ganz besonderer Dank geht an Schleusenmeister Mike und die Crew der Mon rêve, Uschi und Christine,
welche diesen Kurs zu einem tollen Erlebnis machten.